Ziele der Stiftung

Nepal im Himalaja, oft als „das Dach der Welt“ gepriesen, ist das Land mit dem grandiosesten Gebirge der Erde und zugleich das Land mit dem höchsten Berggipfel: Mt. Everest. Doch das ist nicht Nepals einzige weltweit herausragende Besonderheit, denn es ist zugleich das Land der zeitlosen Vedischen Tradition ungezählter Generationen. Dadurch bereichert Nepal die Welt mit unvergleichlichen Kostbarkeiten aus Kunst und Architektur und nicht zuletzt mit der Kraft einer Jahrtausende alten, bis in die heutige Zeit lebendigen, mündlichen Kulturtradition.

Eine besondere Rolle spielt dabei das Tal von Kathmandu als Sitz von drei alten, ehemaligen Königreichen: Kathmandu, Pathan und Bhaktapur. So ist es nicht verwunderlich, dass allein im Tal von Kathmandu nicht weniger als sieben Objekte des UNESCO Weltkulturerbes zu finden sind. Neben den erlesenen Besonderheiten aus Kunst und Architektur, besteht eine bis heute noch fortbestehende mündliche Tradition: die Kunst und das Wissen der Vedischen Rezitationen.

Vedische Rezitationen und Rezitationshandlungen (Yagyas), wie sie in Nepal bis heute noch von Vedischen Pandits ausgeführt werden, sind von der UNESCO offiziell als Bestandteil des Weltkulturerbes von besonderer Bedeutung anerkannt und wurden als „Meisterwerk des mündlich überlieferten, immateriellen Erbes der Menschheit“ eingestuft.

Dieses bemerkenswerte Vedische Kulturerbe der Rezitationen und Yagyas ist Teilbereich einer umfassenden, ganzheitlichen Bewusstseinswissenschaft, die heute kurz als „Vedic Science“ oder „Vedische Wissenschaft“ bezeichnet wird und – wie die Rezitationen selbst – auf eine mehrtausendjährige Vergangenheit zurückverweist. Das Wort „Vedisch“ ist abgeleitet aus dem Sanskritwort „Veda“ = Wissen, das etymologisch die Urform von uns wohlbekannten Worten ist, wie z.B. „Idee“ oder „Video“ (= ich sehe) oder niederdeutsch „ik ved“ (= ich weiß). Vedische Wissenschaft ist somit die „Wissenschaft über das Wissen“ – bewusstseinsbezogen und zeitlos, universal und interdisziplinär. Dabei ist sie zugleich die Grundlage zahlreicher weiterer Vedischer Wissensbereiche, wie Ayurveda, Yoga, Sthapatyaveda (Vedische Architektur, auch Vastu Vidya genannt), Gandharvaveda (Vedische Musikwissenschaft), Vedanga und Upanga (Vedische Philosophie- und Erkenntnisysteme), um nur die bekanntesten zu erwähnen.

Gegenwärtig erlebt Nepal eine Zeit tiefgreifender Veränderungen, die zu steigenden Lebenshaltungskosten, Verlust der landwirtschaftlichen Flächen, Knappheit und Verteuerung der Lebensmittel, sowie umfassender Arbeitslosigkeit führen – eine Entwicklung, die bereits vor Jahren begonnen, jetzt aber ein beängstigendes Ausmaß erreicht hat. Bedeutende Teile der Vedischen Kultur Nepals sind im Zerfall begriffen und könnten unwiederbringlich verloren gehen, sofern sie nicht rechtzeitig durch geeignete Hilfsmaßnahmen geschützt und gefördert werden.

Das Ziel der Stiftung zur Förderung des Vedischen Weltkulturerbes ist es daher, von Deutschland aus finanzielle Unterstützung zu leisten, um diesen uralten Beitrag Nepals zur Weltkultur zu schützen, zu erhalten und zu vermehren. Hierzu unterstützt sie die Vedische Tradition durch Aus- und Weiterbildung der Vedischen Pandits von Nepal. Pandits sind geschulte Experten in bestimmten Teilbereichen der traditionellen Vedischen Wissenschaft. Um sie zu fördern, werden Ausbildungsstätten errichtet, die jungen Pandit-Schülern eine traditionelle Ausbildung geben, sowie erfahrenen Pandits Weiterbildungsprogramme anbieten. Dadurch werden die Kenntnisse und Verfahren vermittelt, die für den Erhalt der Vedischen Kulturtradition Nepals unerlässlich sind.

Diese umfassende Ausbildung zum Pandit bietet jungen Menschen aus entlegenen Dörfern nach erfolgreichem Abschluss ihrer Lehrgänge die Möglichkeit einer bezahlten Berufstätigkeit. Denn indem die Stiftung die Durchführung von Vedischen Rezitationen und Yagyas finanziell unterstützt, schafft sie Arbeitsplätze, über die die Panditausbildung im Kontext der nepalesischen Kultur eine praktische Anwendung erfährt.

 

 

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